Rainer Rupp hatte eine Bilderbuch-Karriere bei einer Organisation vorzuweisen, die jeden ihrer Angestellten vor der Einstellung buchstäblich röntge. Rupp war in der Verwaltung der NATO, ganz ganz oben.
Auf dem 70. Geburtstag seiner Mutter erschien plötzlich ein Sondereinsatzkommando, um Rupp und seine Ehefrau wegen schweren Landesverrates zu verhaften. Rupp war als Agent der HVA aufgeflogen. Jahrelang hatte er unter dem Decknamen "Topas" die geheimsten Angriffs- und Verteidigungspläne der NATO nach Ostberlin verraten.
Im Rahmen dieser Tätigkeiten, für die er zu einer Haftstrafe von 12 Jahren verurteilt wurde, hatte er bei der NATO-Übung "Able Archer" 1983 durch die Weitergabe entscheidender, "Cosmic Top Secret"-Informationen, auch einen Atomkrieg verhindert, der sich sonst "aus Versehen" zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion ereignet hätte.
Im Gespräch mit KenFM gibt Rupp das längste und offenste Interview seines Lebens, mit einer Dauer von knapp zweieinhalb Stunden. Politik und Zeitgeschichte spannend wie ein Krimi.
Währenddessen diese Erkenntnis sich bei einem immer größeren Teil der Bevölkerung zumindest oberflächlich durchgesetzt hat, wartet vor allem der Historiker auf das, was man die Konsequenzen dieser Erkenntnis nennen könnte. Die Bereitschaft hierzu ist aber nur sehr bedingt zu erkennen - und dafür gibt es einen Grund.
Dass, was man in der Gegenwart von der Politik als "Die Wahrheit" verkauft bekommt und das, was später in den Geschichtsbüchern als tatsächlicher Ablauf der Geschichte landet, trennt ein enormes Delay von mehreren Jahrzehnten.
In dieser Zeit schlummern all jene Aufzeichnungen mit dem Stempel "Streng vertraulich" oder "Top secret" in den Panzerschränken, die die Geschichte zurechtrücken können und genau das nach ihrer Freigabe auch bewirken.
Kommt die Wahrheit Jahrzehnte später ans Tageslicht, hat das bereits angesprochene Delay von der geschichtlichen Aufklärung den Effekt, dass die Bevölkerung der Gegenwart sich mit den Verbrechen der Vergangenheit nicht mehr identifizieren kann. Entscheidend aber ist, dass Tatsachen, die damals aufgrund dieser geschichtlichen Lüge geschaffen wurden, nicht mehr rückgängig zu machen sind. Der Irak beispielsweise wurde von den USA wegen erfundenen Beweisen in die Steinzeit zurückgebombt. Seine gesamte Infrastruktur wurde zerstört, die gebildete Mittelschicht vertrieben oder getötet und die Ölreserven okkupiert.
Geschichte lässt sich nicht mehr rückgängig machen, aber die Geschichtsschreibung lässt sich massiv manipulieren, wenn es den Regierungen in der Gegenwart gelingt, über das Delay der Aufklärung hinweg den Völkern weltweit etwas nicht zu ermöglichen. Nämlich zu erkennen, dass, während sich der Historiker mit den Lügen der Vergangenheit beschäftigt, die Regierenden der Gegenwart permanent neuen Lügenstoff für immer neue Generationen von Historikern liefern.
Aktuelle Geschichte, umgesetzt von aktueller Politik, ist im großen und ganzen Intrige und wird über unterwanderte Massenmedien der Bevölkerung global als "Die Wahrheit" verkauft. Im weitesten Sinne geht es denen, die vorgeben, Krieg aus humanitären Gründen führen zu müssen, weniger um die "Werte der Demokratie", denn eher um die "Werte des Kapitalismus": Aktienwerte. Frank Zappa brachte es in einem vor Zynismus triefenden Satz auf den Punkt:
"Politik ist die Unterhaltungsabteilung der Rüstungsindustrie."
Wer als Historiker über das Freilegen der tatsächlichen Vergangenheit einen tatsächlichen Einfluss auf die Zukunft haben möchte, muss in der Gegenwart erreichen, dass die Menschen die sich ständig wiederholende Mechanik der Lügen verstehen, erkennen und sich ihr tatsächlich entgegenstellen. Dies kann gelingen, wenn Menschen lernen, dass die von der Politik "inszenierte" Gegenwart immer ein Konstrukt ist, dass dazu dient, SIE - die Massen - zu lenken.
Der Schweizer Historiker Dr. phil. Daniele Ganser beschäftigt sich auch mit unserer jüngeren Geschichte. Konrekt: Er versucht nicht nur, Ereignisse aufzuarbeiten, die Jahrzehnte zurückliegen. Ganser erforscht auch zu Themen wie inszeniertem Terror in der Gegenwart, ausgeführt zum Beispiel durch die NATO, oder auch DER Zäsur in der jüngsten Geschichte - den Ereignissen des 11. September 2001.
Wer sich als Historiker mit seinen Arbeiten derart dicht an die Geschehnisse der Gegenwart heranarbeitet, wirft etwas Wesentliches über Bord, was Historiker vor Feinden aus der Politik schützt, da die an der Geschichte beteiligten Politiker längst im Ruhestand oder tot sind, wenn die Wahrheit durch den Historiker ans Licht kommt. Es ist wieder das Delay der Aufarbeitung. Wenn dieses Delay auf ein paar Jährchen zusammenschrumpft, die Verantwortlichen noch juristisch haftbar zu machen sind, arbeitet der klassische Historiker parallel als eine Art Ermittler, der den Strafverfolgungsbehörden wasserdichte Fakten liefert, die die entsprechenden Personen massiv belasten und ganze Regierungen in Misskredit bringen können. KenFM traf zum wiederholten Male den Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser in Basel, um mit ihm nicht nur über die Mechanik der klassischen Aufarbeitung zu sprechen, sondern auch, wie man diese Mechanik durchbrechen kann. Zudem kommt in dem 100-minütigen Gespräch das wesentliche Motiv der meisten historischen Lügen zur Sprache. Macht. Macht, die sich vor allem auf den Zugriff von endlichen Ressourcen konzentriert. Ressourcen sind das A und O, um die Kriege der letzten Jahrzehnte zu verstehen.
Prof. Dr. Mohssen Massarrat wurde im Iran geboren und kam in den 1960er Jahren nach Deutschland, um hier Bergbau zu studieren. Später arbeitete er als Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler unter anderem an der Universität Osnabrück. Massarrat wurde über seine Lehrtätigkeit hinaus in den 1980er Jahren politisch aktiv. Ausschlaggebend war hier der NATO-Doppelbeschluss. Zudem ist Massarrat bis heute im Wissenschaftlichen Beirat von Attac Deutschland. KenFM traf den Wissenschaftler und Friedensaktivisten im Anschluss an eine Montagsmahnwache, um mit ihm ein Gespräch zu den Themen Neokolonialismus, US-Hegenomie, Dollar-Politik und den inszenierten Konflikt in der Ukraine zu führen. Wie muss man all diese geopolitischen Puzzle-Teile zusammenlegen, damit ein schlüssiges Gesamtbild entsteht? Ein Gespräch in zwei Teilen. Link zu Teil 1
Christoph Hörstel hat 20 Jahre als Sonderkorrespondent für die ARD gearbeitet und innerhalb dieser Zeitspanne rund 2 500 Live-Einblendungen, vor allem aus dem Ausland und Krisenregionen wie Afghanistan, Pakistan und dem Irak, absolviert. Er war zum Beispiel der einzige westliche Journalist, der 2001 in Kabul beim Sturz der Taliban vor Ort war.
Christopher Hörstel ist ein ausgemachter Kenner des Nahen und Mittleren Ostens und versteht wie nur wenige die komplexen Zusammenhängen in den Regionen, die uns Tag und Nacht in den Nachrichten als Krisenherde verkauft werden. KenFM versucht, dieses für die meisten chaotische Puzzle zu einem logischen Bild zusammenzusetzen. Der Autor, Journalist und Regierungsberater Christoph Hörstel steht dabei Rede und Antwort - und unterscheidet sich vor allem durch seine klaren und schonungslosen Analysen. Bei Christoph Hörstel wird die sonst so trockene Außenpolitik zu einem spannenden Krimi. Link zu Teil 1 Link zu Teil 2
Christoph Hörstel hat 20 Jahre als Sonderkorrespondent für die ARD gearbeitet und innerhalb dieser Zeitspanne rund 2 500 Live-Einblendungen, vor allem aus dem Ausland und Krisenregionen wie Afghanistan, Pakistan und dem Irak, absolviert. Er war zum Beispiel der einzige westliche Journalist, der 2001 in Kabul beim Sturz der Taliban vor Ort war.
Christopher Hörstel ist ein ausgemachter Kenner des Nahen und Mittleren Ostens und versteht wie nur wenige die komplexen Zusammenhängen in den Regionen, die uns Tag und Nacht in den Nachrichten als Krisenherde verkauft werden. KenFM versucht, dieses für die meisten chaotische Puzzle zu einem logischen Bild zusammenzusetzen. Der Autor, Journalist und Regierungsberater Christoph Hörstel steht dabei Rede und Antwort - und unterscheidet sich vor allem durch seine klaren und schonungslosen Analysen. Bei Christoph Hörstel wird die sonst so trockene Außenpolitik zu einem spannenden Krimi. Link zu Teil 1 Link zu Teil 3
Christoph Hörstel hat 20 Jahre als Sonderkorrespondent für die ARD gearbeitet und innerhalb dieser Zeitspanne rund 2 500 Live-Einblendungen, vor allem aus dem Ausland und Krisenregionen wie Afghanistan, Pakistan und dem Irak, absolviert. Er war zum Beispiel der einzige westliche Journalist, der 2001 in Kabul beim Sturz der Taliban vor Ort war.
Christopher Hörstel ist ein ausgemachter Kenner des Nahen und Mittleren Ostens und versteht wie nur wenige die komplexen Zusammenhängen in den Regionen, die uns Tag und Nacht in den Nachrichten als Krisenherde verkauft werden. KenFM versucht, dieses für die meisten chaotische Puzzle zu einem logischen Bild zusammenzusetzen. Der Autor, Journalist und Regierungsberater Christoph Hörstel steht dabei Rede und Antwort - und unterscheidet sich vor allem durch seine klaren und schonungslosen Analysen. Bei Christoph Hörstel wird die sonst so trockene Außenpolitik zu einem spannenden Krimi. Link zu Teil 2 Link zu Teil 3
Dr. Daniele Ganser gehört zu den namhaftesten Historikern im deutschsprachigen Raum. Sein Buch "NATO-Geheimarmeen in Europa - Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung" wurde 2005 veröffentlicht und in zehn Sprachen übersetzt. Es gilt als das Standardwerk zum Thema staatlich organisierter Terror. Diese Publikation machte ihn international bekannt.
Ganser leitet außerdem das Swiss Institute for Peace and Energy Research (SIPER), das auf dem Gebiet der Friedens- unf Energieforschung tätig ist. Darüber hinaus lehrt der Schweizer Historiker Forschungen im Fall 9/11. Allein die Existenz dieses Forschungsfeldes sorgte nicht nur in der Schweiz immer wieder für heiße Diskussionen. Auch Anrufe aus Washington blieben nicht aus.
KenFM traf Dr. Daniele Ganser in Basel und sprach mit ihm über NATO-Politik, Ressourcen- und Wirtschaftskriege, die Causa 9/11 und die globalen Vorgehensweisen des amerikanischen Imperiums.
Die zentrale Erkenntnis des Gesprächs: Wir befinden uns in einem Informationskrieg und jeder, der über Zugang zum Netz verfügt, befindet sich an der Front.
Eine Begegnung in zwei Teilen. Die Fortsetzung behandelt die Themen NATO-Geheimarmeen, 9/11 und einem Ausblick für die kommenden Jahrzehnte. Link zu Teil 1
Dr. Daniele Ganser gehört zu den namhaftesten Historikern im deutschsprachigen Raum. Sein Buch "NATO-Geheimarmeen in Europa - Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung" wurde 2005 veröffentlicht und in zehn Sprachen übersetzt. Es gilt als das Standardwerk zum Thema staatlich organisierter Terror. Diese Publikation machte ihn international bekannt.
Ganser leitet außerdem das Swiss Institute for Peace and Energy Research (SIPER), das auf dem Gebiet der Friedens- unf Energieforschung tätig ist. Darüber hinaus lehrt der Schweizer Historiker Forschungen im Fall 9/11. Allein die Existenz dieses Forschungsfeldes sorgte nicht nur in der Schweiz immer wieder für heiße Diskussionen. Auch Anrufe aus Washington blieben nicht aus.
KenFM traf Dr. Daniele Ganser in Basel und sprach mit ihm über NATO-Politik, Ressourcen- und Wirtschaftskriege, die Causa 9/11 und die globalen Vorgehensweisen des amerikanischen Imperiums.
Die zentrale Erkenntnis des Gesprächs: Wir befinden uns in einem Informationskrieg und jeder, der über Zugang zum Netz verfügt, befindet sich an der Front.
Eine Begegnung in zwei Teilen. Die Fortsetzung behandelt die Themen NATO-Geheimarmeen, 9/11 und einem Ausblick für die kommenden Jahrzehnte. Link zu Teil 2